Philosophie

Die Österreichische Akademie für Sexualmedizin verfolgt ein ganzheitlich-humanistisches Konzept der Sexualität des Menschen. Wissenschaftlich fundiert, bezieht es auch den praktisch-klinischen Bereich in seine Ausbildung mit ein.

Das Konzept wird von drei Säulen getragen

Einem biopsychosozialen Verständnis vom Menschen und seiner Sexualität
In diesem Ansatz geht es um den ganzen, unteilbaren Menschen in seiner Körperlichkeit, Psyche – also seiner intellektuellen und emotionalen Verfassung – unter Berücksichtigung seiner sozial-kulturellen Einbindung in die Umwelt.

Einem anthropologischen und neurobiologischen Verständnis vom Menschen als einem sozialen Wesen
Beziehung verwirklicht sich in Kommunikation. Je stärker die universalen und existentiell unverzichtbaren Grundbedürfnisse erfüllt werden, desto besser ist die Beziehung. Die schon im vormenschlichen Bereich vorhandene Bindungsdimension ist für jetzt lebende Menschen meist unbewusst. Diese Grundbedürfnisse werden jedoch durch die sexuelle Kommunikation in Beziehungen erfüllt. Eine in die Beziehung integrierte Sexualität kann ihr salutogenes Potential voll entfalten.

Gesundheit und Krankheit liegen in diesen von der Medizin oftmals vernachlässigten – verzweigten Wurzeln.

Der Paardimension
Der „Patientenbegriff“ der Sexualmedizin unterscheidet sich von der sonst in der klinischen Medizin üblichen, auf das Individuum zentrierten Arzt-Patient-Beziehung. Sexuelle Störungen sind auch im Kontext des Paares zu verstehen: Mit der Arzt-Paar-Beziehung wird der gewohnte Blick auf das „kranke Individuum“ und auf ein gestörtes Organ- bzw. Funktionssystem erweitert, da es sich immer auch um eine Störung innerhalb einer Beziehung handelt.