Geschichte

Sexualmedizinische Probleme sind in unserer Gesellschaft häufig, jedoch unter-diagnostiziert und unzureichend behandelt. Sie werden im Rahmen zahlreicher Erkrankungen oder deren Therapie besonders manifest und stellen eine besondere Herausforderung an die Patienten-Arzt-Beziehung. Im Widerspruch dazu wird in der derzeitigen medizinischen Ausbildung der Universitäten der Umgang mit Sexualität und deren Störungen kaum gelehrt.

Jener Umstand hat Expert*innen auf diesem Gebiet dazu veranlasst, 2009 die Österreichische Akademie für Sexualmedizin in Salzburg zu gründen.

Zu den Gründer*innen gehören

Dr. Marianne Greil-Soyka, Allgemein- und Sexualmedizinerin,
Univ. Prof. i. R. Dr. Kurt Loewit, Nestor der akademischen Sexualmedizin in Österreich,
Univ. Prof. Dr. Richard Greil, Onkologe, und
MR Dr. Georg Pfau, Allgemein- und Sexualmediziner.

Der Vorstand wurde um zwei namhafte WissenschafterInnen erweitert

Univ. Prof. DDr. Barbara Maier, Gynäkologin, und
Dr. Gerhard Medicus, Psychiater und Humanethologe.

2011 konnten Dr. Marianne Greil-Soyka und Univ. Prof. i. R. Dr. Kurt Loewit gemeinsam mit dem Präsidenten der Salzburger Ärztekammer, Dr. Karl Forstner, das Fundament der Akademie legen: ein zweistufiges Weiterbildungsmodul für Sexualmedizin. Diese international ausgerichtete sexualmedizinische Weiterbildung ist von der Österreichischen Ärztekammer anerkannt und entspricht den europäischen Kriterien der European Academy for Sexual Medicine. An den Modulen nehmen Interessierte aus allen medizinischen Fachgebieten teil. Dadurch werden wir dem interdisziplinären Anspruch der Sexualmedizin gerecht.

Zudem ist es eine Bereicherung, dass die Österreichische Akademie für Sexualmedizin seit 2013 mit der Kinsey Institute’s Library und den Collections der Indiana University zusammenarbeitet.

Dank des Einsatzes der ÖASM-Vorsitzenden Dr. Marianne Greil-Soyka fördert die EU seit 2019 das COST (European Cooperation in Science and Technology)-Projekt „European Sexual Medicine Network“. Die drei strategischen Prioritäten von COST sind die Förderung von Exzellenz, das Engagement für bahnbrechende interdisziplinäre Forschung und die Unterstützung junger Forscher*innen. Mittlerweile besteht das interdisziplinäre Netzwerk aus über 100 Mediziner*innen, Psycholog*innen, Soziolog*innen, Public-Health-Expert*innen und Pädagog*innen. Die Teilnehmer*innen des Netzwerks kommen schon jetzt aus 31 Nationen.